Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden 

Der Verein Deutsche Sprache e. V. fordert alle Freunde der deutschen Sprache auf, den aktuellen Bestrebungen der Dudenredaktion zu einem Umbau der deutschen Sprache entgegenzutreten. So wird auf den Internetseiten des Dudens das in der deutschen Grammatik und im modernen Sprachgebrauch fest verankerte generische Maskulinum abgeschafft: „Mieter: Substantiv, maskulin – männliche Person, die etwas gemietet hat.“ Frauen könnten demnach keine Mieter sein. Mit seiner Ankündigung, mehr als 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen mit weiblicher und männlicher Form in die Netz-Version des Werkes aufzunehmen, betreibt der Duden eine problematische Zwangs-Sexualisierung, die in der deutschen Sprache so nicht vorgesehen ist. Indem er diese Grundsätze missachtet, ist der Duden auf dem Weg, seine Rolle als Standard-Referenzwerk für das Deutsche aufzugeben. Indem er Sprache nicht mehr nur widerspiegelt, sondern sie aktiv verändert, widerspricht er seinen eigenen Grundsätzen. Der VDS fordert deshalb den Duden auf, seine Sexualisierungspläne zu überdenken, in Zukunft sensibler und behutsamer mit der deutschen Sprache umzugehen, und sich auf seine ursprünglichen Ziele zu besinnen.

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Alternative zum Duden

Zum Online-Wörterbuch des Dudens gibt es mit dem digitalen lexikalischen System der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften eine Alternative: Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS).

Sprachfreunde aus der Oberlausitz würdigen Förderverein ProHalle

Giebelwände mit Wortantiquitäten, hallescher Mundart und Sprichwörtern werden ausgezeichnet

Der Sprachrettungsklub (SRK) Bautzen verleiht dem Förderverein ProHalle für die Gestaltung von drei Giebelwänden im Zentrum der Saalestadt das Zertifikat „Wir sprechen in unserer Sprache“. „Wir freuen uns, den Förderverein ProHalle dafür ehren zu dürfen, dass er durch phantasiereiche Gestaltung mehrerer Hausgiebel die Bedeutung unserer Muttersprache im Bewusstsein der Bürger ihrer Stadt und ihrer Gäste bewahrt“, begründet Diethold Tietz, Vorsitzender des Sprachrettungsklubs Bautzen, die Auszeichnung. 

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#hassrede. Vom Anstand und der Unanständigkeit

Veranstaltungsreihe „Redezeit“ geht in die dritte Saison

Prof. Hans-Joachim Solms referierte und diskutierte über sprachliche Umgangsformen | Foto: Jörg Bönisch

Die digitalen Kommunikationsgeräte und -wege bieten zu jeder Zeit und an nahezu jedem Ort vorteilhafte Möglichkeiten, sich mitzuteilen und miteinander im Kontakt zu bleiben. Doch im Schutz der Anonymität ist es auch besonders leicht, herumzupöbeln, zu beleidigen, Lügen zu verbreiten oder gar zu drohen. Auch in der Umgangssprache und in der politischen Auseinandersetzung scheint der Ton rauer zu werden.

Dieser Themen nahm sich die „Redezeit“ am 12. Oktober 2020 in der Leucorea an. Prof. Hans-Joachim Solms, Germanist an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Mitbegründer des Vereins WortWerkWittenberg und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Vereins Deutsche Sprache, regte unter der Überschrift „#hassrede. Vom Anstand und der Unanständigkeit“ zur Diskussion an.

Damit ging die Redezeit in die dritte Saison. Weitere Veranstaltungen sind – unter Berücksichtigung möglicher pandemiebedingter Einschränkungen oder kurzfristiger Absagen – jeweils am zweiten Montag eines Quartals um 18 Uhr in der Stiftung Leucorea in der Lutherstadt Wittenberg geplant:

11.01.2021

Deutsch als Wissenschaftssprache. Christian Thomasius und die Universität Halle abgesagt, ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

12.04.2021

Dem Volk aufs Maul schauen. Politiker und ihre Sprache  abgesagt, ein neuer Termin wird rechtzeitig bekanntgegeben

12.07.2021

Leichte Sprache

VDS-Sprachtreff in der Marienbibliothek zu Halle

Historische Buchbestände in der halleschen Marienbibliothek | Foto: Jörg Bönisch

Der für das Frühjahr geplante Besuch der halleschen Marienbibliothek musste Corona bedingt ausfallen. Nun wurde der auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr vergangenen Jahres geäußerte Wunsch erneut aufgegriffen und VDS-Mitglieder sowie sprachlich Interessierte konnten am 17. September 2020 bei einer Führung die Marienbibliothek zu Halle an der Saale besichtigen. Dort hatten 20 Interessenten die Möglichkeit, sich ein Bild von der ältesten und größten ununterbrochen öffentlich zugänglichen wissenschaftlichen evangelischen Kirchenbibliothek in Deutschland machen.

12. September 2020: 20. Tag der deutschen Sprache mit Festvortrag und Kabarett in Schleiz

Festredner Josef Kraus | Foto: Jörg Bönisch

Das Jubiläum zum 20. Tag der deutschen Sprache beging der Verein Deutsche Sprache (VDS) gemeinsam mit dem Duden-Museum im Rutheneum und mit Unterstützung der Stiftung Deutsche Sprache am 12. September 2020 in der Aula des Staatlichen Gymnasiums „Dr. Konrad Duden“ Schleiz. Oberstudiendirektor a. D. Josef Kraus, langjähriger Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbands, hielt einen Festvortrag zum Zusammenwirken von „Sprache und Bildung“. Während der Veranstaltung wurden auch die besten Deutschabiturientinnen am Schleizer Duden-Gymnasium von Josef Kraus und Walter Krämer, dem Vorstandsvorsitzenden des VDS, ausgezeichnet. Abends trat das Dresdner Kabarett „Duale Satire Deutschland“ auf. Im Programm von Ulrich Eißner und Arnd Stephan durften sich die Besucher über die „schadlose Entsorgung von geistigem, geistlosem, zeitgeistlichem oder gar ungeistigem Müll mittels des umweltschonenden Satire-Verfahrens“ (Quelle: www.duale-satire.de) freuen.

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Die Welt spricht Kindergarten - Nur Deutschland nicht

Ab 1. August in Thüringen gesetzlich erlaubt 

Kindergarten im neuseeländischen Kawakawa Bay in der Nähe von Auckland | Foto: Lutz-Steffen Hering

Selbst am anderen Ende der Welt, im 18.000 Kilometer entfernten Neuseeland, ist der eng mit Friedrich Fröbel (1782–1852) verbundene Begriff ‚Kindergarten‘ in den dortigen Sprachgebrauch eingegangen. Wie auch in schätzungsweise 40 weiteren Ländern. Nur in seinem Ursprungsland wird der ‚Kindergarten‘ durch sprachliche Nachlässigkeit aus dem Alltags- und vor allem aus dem Verwaltungswortschatz verdrängt. Vorschub leistete dem in Westdeutschland die Vorschulreform in den 1970-er Jahren. Seitdem ist im Sprachgebrauch die ‚Kindertagesstätte‘, kurz ‚Kita‘, auf dem Vormarsch. Kannte man in der DDR die Begriffe ‚Kinderkrippe‘ (für Kinder bis zum dritten Lebensjahr) und ‚Kindergarten‘ (ab einem Alter von vier Jahren), breitete sich mit der deutschen Einheit auch im Osten der Republik die ‚Kita‘ sprachlich aus. Es steht zu befürchten, dass mit dem Begriff die humanistische Idee von Kindheit sowie das Grundverständnis des Einklangs von Bildung, Erziehung und Betreuung verloren geht.

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REDEZEIT mit Walter Krämer am 13. Juli in der Lutherstadt Wittenberg

Walter Krämer | Foto: Jörg Bönisch

Am 1. Juli 1990 trat zwischen der BRD und der DDR die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in Kraft. Als offensichtliches Zeichen hielten nun die DDR-Bürger die ersehnte D-Mark in ihren Händen und erwarteten wohl ein Wirtschaftswunder. Wortgewaltig versprach der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in diesem Zusammenhang „blühende Landschaften, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt.“ Bis dahin prägten zwei gegensätzliche Machtblöcke, Ideologien und Wirtschaftssysteme einen ganz speziellen Sprachgebrauch. Seit der Grenzöffnung werden gesamtdeutsch zunehmend Anglizismen benutzt und wird weniger bewusst mit der eigenen Landessprache umgegangen. Wie die Sprache dabei auch wirtschaftliche Entwicklungen beeinflusst, erläuterte und diskutierte der VDS-Vorsitzende Prof. Walter Krämer in der Wittenberger Leucorea bei der „Redezeit“, einer Veranstaltungsreihe des Vereins WortWerkWittenberg (WWW), organisiert von den WWW-Gründern und -Vorständen Prof. Gerhard Meiser und Prof. Hans-Joachim Solms, Literatur- und Sprachwissenschaftler an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.  

140 Jahre Ur-DUDEN

DUDEN, 28. Auflage, 2020

 Vom Volkswörterbuch zum Standardnachschlagewerk

Seit dem 7. Juli 1880, als die erste Auflage des „Vollständigen Orthographischen Wörterbuchs der deutschen Sprache“ erschien, ist dieses Werk auch 140 Jahre später untrennbar mit einem Namen verbunden: Konrad Duden, dem 1829 geborenen Lehrer, Erzieher, Wissenschaftler, Rechtschreibreformer und Humanisten. Doch der Weg vom früheren Volkswörterbuch zum Standardnachschlagewerk für die deutsche Rechtschreibung war kein einfacher. Wie so oft in der Geschichte, gestaltete er sich langwierig und war von Kompromissen, Rückschlägen sowie politischen Einflüssen geprägt. Selbst die heutige Rechtschreibung entspricht nur sehr bedingt Dudens Vorstellungen von einer einfachen und zweckmäßigen Orthografie. Darum verstummen auch die Kritiker an der Rechtschreibreform von 1996 nicht. Dennoch gehörte Duden zu den Wegbereitern für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.

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Corona-Virus befällt deutsche Sprache

Foto: Gerd Altmann | pixabay.com

Die anhaltende „Corona-Krise“ zeigt einmal mehr sehr deutlich: Die deutsche Sprache taugt offensichtlich nicht mehr dazu, die moderne Welt in der uns eigenen und verständlichen Landessprache begreiflich zu machen. Stattdessen tönt es landauf, landab seit Wochen aus vollen Rohren: home office, social distancing, lockdown, shutdown, home schooling mit digital learning und blended learning. Doch den meisten ist es wohl egal, welch ein Schindluder da mit der Sprache getrieben wird. Zumal die englisch klingenden Begriffe häufig verwendet werden, ohne zu wissen, was sie bedeuten und wie sie richtig ausgesprochen oder geschrieben werden. Doch es gibt sie, die verantwortungsvollen Sprachfreunde, die sich Galliern gleich gegen das Kauderwelsch wehren. Weiterlesen...

 Haushohe Sprachpflege in Halle

Dreyhauptschule mit hallescher Mundart | Foto: Jörg Bönisch

Mit der Gestaltung von drei Giebelwänden wird in Halle an der Saale eine ganz besondere Sprachpflege betrieben: In der Kleinen Ulrichstraße sind es Wort-Antiquitäten und am Hallmarkt Redewendungen in hallescher Mundart, die in großen Lettern auf den Wänden prangen. Auf dem halleschen Boulevard wurde das Ensemble im Dezember vergangenen Jahres durch eine Hauswand mit alltäglichen Sprichwörtern ergänzt. 

Die Idee für diese großflächige Sprachpflege hatte der Förderverein „Pro Halle“. Dieser will die wirtschaftliche, touristische sowie kulturelle Entwicklung unterstützen und verwirklicht das mit originellen Ideen, wie der Fassadengestaltung.

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