Ein Fest für die deutsche Sprache

Im September war es wieder soweit: VDS-Ehrenmitglied Kammersängerin Prof. Edda Moser lud zum diesjährigen „Festspiel der deutschen Sprache“ in die Goethestadt Bad Lauchstädt ein. Sprachfreunden bot die künstlerische Leiterin, die das Festspiel 2006 in Rudolstadt ins Leben rief, ein reichhaltiges und anspruchsvolles Programm, um der schönen und ausdrucksstarken deutschen Sprache zu huldigen.

So durften sich die Besucher in diesem Jahr auf ein Festkonzert des MDR-Sinfonieorchesters sowie einen Abend mit Lyrik und Balladen aus drei Jahrhunderten, so auch auf Hugo von Hofmannsthals lyrisches Drama „Der Tor und der Tod“, freuen. Am Tag der deutschen Sprache wurde Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ in der von Johann Wolfgang von Goethe 1794 für das Weimarer Hoftheater eingerichteten Fassung mit Texten von Christian August Vulpius und Emanuel Schikaneder aufgeführt. 

„Wir sind gerade dabei, die Kostbarkeit der deutschen Sprache durch Anglizismen, Gleichgültigkeit und Unwissenheit zu verraten und zu vergessen.“

Kammersängerin Professor Edda Moser, Gründerin und künstlerische Leiterin des Festspiels der deutschen Sprache 

Das MDR-Fernsehen übertrug am 19. September eine 45-minütige Zusammenfassung der szenischen Lesung vom 13. September. In der MDR-Mediathek ist das Video noch bis 19. Oktober eingestellt.

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24. August: Sachsenspiegeltag in Reppichau

Am 24. August 2019 fand in Reppichau der Sachsenspiegeltag statt, bei dem der „Ritterplatz Eike von Repgow“, ein Kinderspielplatz eingeweiht wurde. „Neben den zahlreichen Figurengruppen und Wandmalereien, die sich durch unser ganzes Dorf ziehen, wollen wir nun auch für unsere kleinen Besucher einen eigenen Erlebnis- und Themenbereich schaffen. Auf dem Ritterplatz können Kinder im mittelalterlichen Ambiente spielen. Auch hier haben wir Motive und Darstellungen aus dem Sachsenspiegel integriert und bildlich wiedergegeben. Informationstafeln verweisen auf ritterliche Tugenden und das Leben im Mittelalter, und auch märchenhaft geht es zu“, erläutert Erich Reichert, Vorsitzender des Fördervereins „Eike von Repgow“ e. V. (Quelle: Wochenspiegel/Supersonntag Köthen vom 22.08.2019). 

Weitere Informationen zur Geschichte des Sachsenspiegels und zum Kunstprojekt im Gedenken an Eike von Repgow gibt es unter www.reppichau.de.

REDEZEIT geht im Herbst in die zweite Runde

Der Germanist Dr. Ulrich Wenner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | Foto: Jörg Bönisch

Dr. Ulrich Wenners Vortrag zur „Mundartlandschaft Wittenberg“ setzte am 8. Juli 2019 den Schlusspunkt hinter die erste Serie der Reihe REDEZEIT. Wenner, Germanist an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, beschäftigt sich schon seit vielen Jahren wissenschaftlich mit dem Mundartwortschatz des nördlichen (niederdeutschen) und mittleren (mitteldeutschen) Teils Sachsen-Anhalts. So konnte er den Gästen die Bedeutung, Lautung und sprachgeografische Verteilung des Alltagswortschatzes mit großer Sachkenntnis erläutern.

Da sich die Veranstaltungsreihe bisher großer Beliebtheit erfreute, geht sie im Herbst in die zweite Runde. 

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Arne-Grit Gerold für ehrenamtliches Engagement geehrt

Marc-Alexander Glunde, Arne-Grit Gerold und Dr. Reiner Pogarell (v.l.n.r.) | Foto: Jörg Bönisch

Am 29. Juni 2019 wurde  Arne-Grit Gerolds langjähriges Engagement als Leiterin der Regionalgruppe Sachsen-Anhalt im Verein Deutsche Sprache (VDS) mit dem Gerhard-Junker-Preis gewürdigt. Die Ehrung nahmen Marc-Alexander Glunde und Dr. Reiner Pogarell, beide VDS-Vorstandsmitglieder, im Rahmen der Deutschen Sprachtage 2019 in Halle (Saale) auf der Delegiertenversammlung in der Händelhalle vor. Drei wunderbare Delegiertenversammlungen durfte der VDS in dem kleinen Bundesland Sachsen-Anhalt durchführen, eine schöner als die andere. Das ist auch wesentlich das Verdienst der geehrten Sprachfreundin, die mit ihrem Sinn für Schönheit, ihrem Spürsinn für gute Themen immer wieder Akzente setzen konnte, die in anderen VDS Regionen einen Vorbildcharakter haben können. Dazu gehört insbesondere auch ihre Auszeichnungskultur, wie die Preisverleihung an den Backmittelhersteller Kathi“, betonte Dr. Reiner Pogarell, Mitglied im VDS-Vorstand, in seiner Laudatio.

Der Preis erinnert an den Namensgeber Gerhard Junker, ein VDS-Mitglied der ersten Stunde und langjähriger Leiter der Arbeitsgruppe „Anglizismen-Index“.

Deutsche Sprachtage 2019 in Halle (Saale)

Unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand

Unter dem Motto „Sprache und Bildung im Wandel der Zeit“ war die Regionalgruppe Sachsen-Anhalt des Vereins Deutsche Sprache (VDS) in diesem Jahr Gastgeber für die Deutschen Sprachtage, die vom 27. bis 30. Juni 2019 in Halle (Saale) stattfanden. Darin eingebettet war die VDS-Bundesdelegiertenversammlung, die nach Merseburg (2011) und Lutherstadt Wittenberg (2015) bereits zum dritten Mal in Sachsen-Anhalt stattfand.

Dr. Reiner Pogarell vom VDS-Vorstand im Gespräch mit Prof. Oddný G. Sverrisdóttir

Über 170 Teilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum kamen nach Halle (Saale). Darunter auch 18 Sprachfreunde, Deutschlehrer, Sprachwissenschaftler und Germanisten aus 15 Ländern: Aserbaidschan, Belgien, Benin, Dänemark, Frankreich, Ghana, Island, Litauen, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Tschechien, Tunesien und aus der Türkei. Frau Prof. Oddný G. Sverrisdóttir vom Deutschinstitut der Háskóli Íslands (Reykjavík) führte in die isländische Sprache ein und erläuterte eine spannende Begegnung mit einer unbekannten Verwandten. Ein umfangreiches Begleitprogramm ermöglichte den Delegierten und Gästen, sich über das Wirken der Fruchtbringenden Gesellschaft in der „Erlebniswelt Deutsche Sprache“ im Köthener Schloss und über das Schaffen von Johann Wolfgang von Goethe in Bad Lauchstädt zu informieren. Führungen durch die Franckeschen Stiftungen zu Halle gaben Einblicke in den Bildungskosmos der Schulstadt. 

Feierliche Eröffnung im Freylinghausen-Saal

Zur feierlichen Eröffnung der Deutschen Sprachtage richteten Marco Tullner, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt, und Dr. Bernd Wiegand, Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale), am 28. Juni im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen zu Halle Grußworte an die Gäste. Dr. Wiegand war Schirmherr der Deutschen Sprachtage. Prof. Helmut Obst, Ehrenvorsitzender des Kuratoriums der Franckeschen Stiftungen, hielt den Festvortrag. Der 1116 gegründete Stadtsingechor zu Halle, einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands, gab der Veranstaltung unter der Leitung von Clemens Flämig den musikalischen Rahmen. 

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Text und Fotos: Jörg Bönisch

Analphabetismus kein Tabuthema mehr

Foto: Jörg Bönisch

Die 2011 veröffentlichte LEO-Studie der Universität Hamburg brachte erstmals wissenschaftlich fundiert das wahre Ausmaß des Analphabetismus in Deutschland ans Licht. Damals konnten 7,5 Millionen Menschen, mehr als 14 Prozent der Erwerbsfähigen, nicht richtig schreiben und lesen. Diese Ergebnisse erschütterten nicht nur die Fachwelt, denn bis dahin ging man von 4 Millionen Betroffenen aus. Die Untersuchungen ergaben ebenso, dass über 13 Millionen in Deutschland lebende Erwachsene die Rechtschreibung, wie sie bis zum Ende der Grundschule unterrichtet wird, nicht richtig beherrschen. Die 2018 durchgeführte Folgestudie mit Deutsch sprechenden Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren kam zu dem Ergebnis, dass noch immer 6,2 Millionen Menschen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, rund 11 Millionen zeigen weiterhin eine auffällig fehlerhafte Rechtschreibung.

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